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Wie funktioniert ein Defibrillator? 12.06.2017

Schongau – „Ein interessantes Thema“, sagte Renate Schweiger. Die gelernte Krankenschwester ist Ausbilderin beim BRK und stellvertretende Bereitschaftsleiterin, zudem fährt sie seit 25 Jahren Rettungsdienste. 

Notruf, Reanimation durch Herz-Lungenbelebung und die Handhabung eines Defibrillators: Auf der öffentlichen Sitzung des Seniorenbeirates hat Renate Schweiger vom Roten Kreuz mit ihrem Referat und den anschließenden praktischen Übungen die Besucher dieser Veranstaltung für den Notfall gerüstet. 

Thema Notruf 112: „Wenn ich niemand rufe, dann kommt auch niemand,“ sagte die Referentin und fügte an, diese Notrufnummer habe viele Vorteile.“ Mit der Wahl von 112 sei europaweit jede Sperre überwindbar. Auch wenn gerade kein Netz zur Verfügung stehe. Was in Gemeinden wie Böbing und Wildsteig leicht passieren könne. Über 112 wird die regionale integrierte Rettungsleitstelle erreicht.

Renate Schweiger empfahl: „Bleiben Sie am Telefon, bis der Rettungsdienst da ist.“ 

Bei den Angaben solle man sich auf das Wesentliche beschränken und nicht die ganze Krankheitsgeschichte erklären wollen. Was ist wo passiert und die Art der Verletzung reiche vollkommen aus. Schritt für Schritt würde danach von der Rettungszentrale erklärt, was zu tun sei. Jedenfalls ist die Referentin überzeugt: „Der Notruf ist a wichtige G’schicht.“ Und den Notruf nur mal testhalber so ausprobieren, das gehe gar nicht. 

Mit anpacken durften die Besucher beim Thema Defibrillator und bei der Reanimation durch Herz-Lungenbelebung. Erster Rat: Bei Erster Hilfe immer Handschuh tragen. „Die tragen Sie doch bei der Gartenarbeit oder beim Entsteinen von Zwetschgen auch“, meinte Renate Schweiger.

Geeignete Handschuhe seien z.B. in der Hülle eines Überraschungseies gut unterzubringen. 

Immer sollte man, so der Rat der Expertin, mit Bedacht zu dem Verletzten hingehen und prüfen, ob er noch schnaufe. Zwölf bis 15 Mal in der Minute wäre richtig. Wenn nicht, in die Mitte des Brustkorbs drücken. Eine Hand auf die Brust, die andere darauflegen und mit dem Gewicht des Oberkörpers etwa 30 Mal drücken und im Wechsel durch den Mund beatmen. Drücken sei allerdings die wichtigere Maßnahme als das Beatmen. Die stellvertretende Bereitschaftsleiterin warnt: „Für die Mund zu Mund-Beatmung keinesfalls ein Stoff- oder Tempotaschentuch benutzen.“ Geeignet sei eine Beatmungsfolie mit Mundstück. Also merke: „Drücken und Beatmen ist wichtig, sonst brauchen Sie mit dem Defibrillator gar nicht erst anzufangen.“ Da gehe es ums Herz.

„Das Herz ist eine ganz verrückte Maschine“, klärte die Referentin auf. Wenn es aus dem Takt komme, liege eine Herzrhythmusstörung oder Herzflimmern vor.

Aber wie funktioniert ein Defibrillator? Zunächst ist die Einschalttaste zu betätigen. Danach erklärt eine Stimme Schritt für Schritt, was zu tun ist. „Folgen Sie diesen Anweisungen, nachdem Sie die Oberbekleidung des Verletzten entfernt haben.“

Auf dem Gerät ist ein Bild mit dem Hinweis, wo die Elektrode anzubringen ist. Der Herzrhythmus wird alle zwei Minuten analysiert. „Wenn sich die Person wehrt, können Sie das Gerät ausschalten, dann haben Sie ein Leben gerettet“, sagt Renate Schweiger.

Es gab noch etliche Fragen, die von Dr. Elisabeth Wagner, der Vorsitzenden des Seniorenbeirates, und von Renate Schweiger fachkundig beantwortet wurden. 

In Schongau sind derzeit im Plantsch, im Landratsamt, im Eisstadion und in der Turnhalle an der Marktoberdorfer Straße Defibrillatoren angebracht. In Peiting sind es mit der Schloßberghalle, dem Pfarrheim und den beiden Schaltern der Raiffeisenbank sowie der Dreifachturnhalle und des Eisstadions etliche mehr. Von Walter Kindlmann

 

 

 

Aktuelle Bilder des Seniorenbeirats

 

Referat am 6. 3. 17 über Leben in Herzogsägmühle

Referat am 6. 3. 17 über Leben in Herzogsägmühle 

 

In der Reihe der Informationsveranstaltungen des Seniorenbeirates der Stadt Schongau stellte diesmal Herrn Arno Schneider aus dem Referat „Netzwerkarbeit“ die Nachbargemeinde „Herzogsägmühle – Ort zum Leben“ vor. 

In einem kurzen Abriss der Historie des Ortes erklärte Herr Schneider die Bezeichnung der ursprünglichen „herzoglichen Säge und Mühle“ von Herzog Christoph dem Starken, 1450-1493. Entstanden aus fünf Bauernhöfen, wurde hier von Adolph von Kahl ab 1894 die zweite bayerische „Arbeiterkolonie“ für heimat- und wohnungslose Männer eingerichtet. Der Verein für Arbeiterkolonien in Bayern erwarb von 1894 bis 1905 die Anwesen Herzogsägmühle. Seit 1946 wird die Herzogsägmühle vom Verein Innere Mission München – Diakonie in München und Oberbayern e.V. getragen. In der heutigen Form ist diese Unterkunft als Gasthaus und Herberge immer geöffnet, 350 Plätze als Durchgangsstation oder stationäre Plätze als Heimat für Wohnungslose.

Gerontopsychiatrisch betreut werden 150 sucht- und seelisch kranke Jugendliche in der Sozialisierung und Weiterbildung, sowie 300 Menschen mit geistiger Behinderung mit individueller Behandlung und Förderung teils selektiver Begabungen. Unter dem Logo „anders wird man wohl noch sein dürfen“ und der bildlichen Darstellung eines schwarzen Schafes unter zehn weißen, sind es insgesamt 2600 zeitlich bedarfsmäßig begleitete Menschen, die alle eine gleiche Wertschätzung erfahren.

Das Spektrum der Berufe erstreckt sich über 42 von Handwerkskammern und Innungen anerkannte Ausbildungen durch Meister mit Pädagogikausbildung in Werkstätten für Handwerk im Holz-, Metall- und Gartenbereich und in IT-Berufen. Es begleiten Sozial-und Heilpädagogen mit Kunst- und Musiktherapien, auch im tiergestützten Bereich und mit Gemeinschaftsunternehmungen, bei denen Herr Schneider teils selbst noch aktiv ist. Mit den Ausbildungsplätzen in Begegnungsstätten, Mühlenmarkt, Cafe und Restaurant ist Herzogsägmühle der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis und bietet weitere gesellschaftliche Begegnungen mit Kirchen-, Kultur- und Dorfveranstaltungen, wie z.B. demnächst eine Auferstehungsfeier mit Osterfrühstück. Ein neuer Imagefilm veranschaulichte diese Informationen nachhaltig. Angebote und Verbindungen bestehen außerdem nach Landsberg, Garmisch, Weilheim und Peiting. Praktiziert werden auch Familienbetreuungen, außerdem werden in Schongau eine Schuldnerberatung und die Tafel unterhalten.

Das Dorf Herzogsägmühle richtet sich inzwischen auch zukunftsorientiert aus mit einem Umwelt- und Naturschutzverein und der allgemeinen Öffnung für Neuansiedlungen mit der Ausweisung von Bauplätzen auf Erbpacht für Jedermann.

Da mit dem Nachmittag nur ein Teil von Herzogsägmühle angesprochen werden konnte, war bereits im Vorfeld eine Besichtigung vor Ort geplant, evtl. im Herbst mit Einladung für die Öffentlichkeit.

Für die lebhafte Berichterstattung bedankte sich die Vorsitzende Fr. Dr. Wagner mit einer kleinen Anerkennung bei Herrn Schneider und dessen Begleiter, Herrn Opitz, der für die Computerpräsentation zuständig war.